Fake-News, Fake-Shops, Fake-Produkte, Fake-Profile, Trojaner, Viren, Phishing Mails, unerlaubte Speicherung und Weitergabe personenbezogener Daten, Datendiebstahl, Hackerangriffe und Spionage - Angesichts des riesigen Betrugspotentials und der -schäden, die durch Anonymität und Pseudonymität im Internet begünstigt werden, stellt sich die Frage: Kann man in digitale Informationen oder bei digitalen Interaktionen überhaupt Vertrauen haben? Wie weit kann ich einer netten, aber wildfremden Person in einem Chatraum vertrauen? Kann ich einer völlig unbekannten chinesischen Firma, die plötzlich mit mir Geschäfte machen möchte, einfach so vertrauen? Stammt diese Email wirklich von meiner Bank? Arbeiten die künstlichen Intelligenzen von Facebook, Google, Apple, Samsung oder BlackRock mit den Daten, die ich ihnen über mein Smartphone / Tablet jeden Tag schenke, für mich oder gegen mich? Bin ich der Kunde oder bin ich das Produkt? Das Designziel für das World Wide Web war einfacher Informationsaustausch. Die generelle Überprüfbarkeit von Informationen war nicht Bestandteil der Konzeption. Im Nachhinein entstand zwar ein regelrechter Wildwuchs an Verfahren, um Akteure identifizierbar und Informationen überprüfbar zu machen, aber die daraus entstandene Vielzahl an Insellösungen kann das grundlegende Vertrauensproblem im digitalen Raum nicht lösen. Es ist Zeit, die DNA des World Wide Web zu verändern, um dem Bedarf der Nutzer nach Vertrauen und rechtlicher Sicherheit bei digitalen Interaktionen endlich Rechnung zu tragen.

